Beginnen wir beim Sieger des Grunddurchgangs, dem Moser Medical UHK Krems.
Der UHK geht mit dem Bonus-Maximum von 5 Punkten* in die kommende Saison. Bei der Ausgeglichenheit der sechs Vereine könnte dies ein großer Vorteil sein. Außerdem fällt heuer die Dreifachbelastung des Vorjahres weg (MPO, Ö-Cup und internationaler Cup).Die eingespielte Mannschaft hatte Zeit, sich über den Jänner mit seinen Schwächen zu beschäftigen, der Chancenauswertung und der Konstanz. Sollten die Angreifer ihre Probleme in den Griff bekommen, hat der UHK gute Chancen mit einer Top-Platzierung ins Halbfinale einzuziehen. Vor Allem sind hier die Distanzwerfer gefragt.
Nach dem Motto: Die Heimspiele gewinnen und auswärts ab und zu Punkte mitnehmen, ist sicher ein profundes Mittel für einen vorderen Tabellenplatz.
Die große Überraschung lieferte im Grunddurchgang HC Linz AG.
In der Rückrunde des Grunddurchgangs erzielten die Oberösterreicher aus den letzten 8 Begegnungen das Punktemaximum von 16 Punkten. Sollten die Linzer nur annähernd ihre späte Herbstform halten können, sind sie eine heiße Aktie für die Top-Vier. Der Anwurf zum Erfolg könnte bereits im ersten Heimspiel erfolgen, empfangen doch die Linzer zu Hause die Fivers aus Wien.
Bei einem Erfolg gegen den Titelverteidiger könnte in der Euphorie eine Prolongierung des Herbsterfolges entstehen. Dazu stehen 4 Bonuspunkte bereits auf der Habenseite.
Die anderen Vereine, aber ganz besonders die Fivers, sind natürlich gewarnt und werden daher die Linz-Serie so schnell wie möglich beenden wollen.
Der Alpla HC Hard
Hard verfügt über den stärksten und ausgeglichensten Kader aller HLA-Vereine. Während die anderen Vereine bei längerem Ausfall eines Schlüsselspielers ins Wanken geraten, kann Hard dies mit seinem fünfzehnten Mann, Andriy Kuzo, noch sehr gut ausgleichen. Die Vorarlberger sind auf allen Positionen doppelt besetzt und verfügen mit dem Nachwuchsnationalspieler Dominik Schmid einen Mann mit weiterem Steigerungspotential.
Mit 3 Bonuspunkten im Rücken und bei etwas mehr Kaltschnäuzigkeit in den spielentscheidenden Situationen könnte aus dem Herbst-Unentschieden-Spezialisten ein absoluter Sieganwärter werden.
Bregenz Handball
Die zweite Mannschaft aus dem Westen hat sicher nicht mehr die Qualität ihrer Serien-Meister-Jahre. Die Mannschaft kann allerdings viel Erfahrung einbringen. Da im Sommer eine Verjüngung vorgesehen ist und der Vertrag mit Trainer Martin Lipnak nicht verlängert wird, bleibt abzuwarten, wie sich die Mannschaft auf diese Situation einstellen kann.
Aus genannten Gründen zählt Bregenz nicht unbedingt zum Haupt-Favoriten.
Alle, die aber Aleksic und Co. frühzeitig abschreiben, könnten allerdings eines Besseren belehrt werden. 2 Bonuspunkte stehen zu Buche.
Die Vereinsführung hat sich als Ziel den Meister und Cupsiegertitel gesetzt.
Fivers WAT Margareten
Die Fivers mussten in den letzten beiden Runden des Grunddurchgangs unerwartete Niederlagen hinnehmen und sie stürzten dadurch auf den 5. Tabellenrang ab. Dies schmerzte Ziura und Co. sehr. Die Mannschaft wird daher alles unternehmen, um so schnell wie möglich den einen Bonuspunkt entscheidend zu erhöhen.
Ein guter Start in Linz könnte sehr viel zum Run nach oben beitragen. Gerade gegen Linz, gegen die man ja das letzte Heimspiel in der Hollgasse, der ‚Hölle‘ verlor.
Ein weiterer Schub könnte durch Martin Abadir entstehen. Sollte Martin, der Anfang Jänner nach seiner schweren Verletzung wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, sich vollständig erholen, verfügen sie über einen weiteren Führungsspieler.
Auch bei nur einem Bonuspunkt sind die Wiener daher eine heiße Aktie auf einen Tabellenplatz ganz vorne.
HIT medalp Tirol:
‚Last but not least‘ kommen wir zu einer weiteren positiven Überraschung in der Herbstsaison, HIT medalp Tirol. Die Tiroler konnten sich sowohl vor Schwaz als auch WestWien an die 6. Stelle des Grunddurchgangs setzen. Zwar gibt es dafür keine Bonuspunkte mehr, aber dies sollte die Mannschaft nicht hindern für weitere Überraschungen zu sorgen. Mit Alex Hermann und Babaraskas verfügen sie über junge energiegeladene Juwele, die für jede Abwehr aus der HLA ein Problem darstellen können. Zum Start geht es auswärts gegen den UHK, einem Gegner, der den Tirolern zuletzt immer sehr gut lag. Beim letzten Spiel in Krems konnte HIT ein Unentschieden erzielen. So ein Punktegewinn könnte in Tirol ebenfalls für einen Schub nach vorne sorgen.
Das Vereinsziel für die heurige Saison, nämlich das MPO zu erreichen, wurde bereits erfüllt, daher können Babaraskas und Co. ohne große Belastung in die Frühjahressaison einsteigen.
Die oben aufgezählten Gründe sind nur einige, warum sich die Experten bei Fragen über einen möglichen Titel-Favoriten sehr zurückhalten.
Mit einem Kampf auf Biegen und Brechen um die verbleibenden Top-Vier Plätze für das Halbfinale darf daher gerechnet werden.
Zehn harte Runden vom Februar bis Ende April stehen jetzt also bevor, erst dann geht es ab Mai in den Halbfinalbegegnungen um den Einzug ins Finale.
Der Verein mit Leistungsträgern, die zu diesem Zeitpunkt noch über ausreichend Kraftreserven verfügen, könnte dann die besten Karten für den neuen österreichischen Meister 2011/ 12 haben.
Freuen wir uns daher auf ein spannendes MPO und möge der Beste gewinnen.

Der Kampf um jeden Ball wird auch im Frühjahr groß geschrieben. (Foto vom Spiel gegen WestWien).
| < Zurück | Weiter > |
|---|





