Gunnar Prokop stellt sich vor

Gunnar Prokop mit Trainer Ibish Thaqi und Obmann Josef Nussbaum

Gunnar im Einsatz für die St. Pöltner Falken

Gunnar mit Freundin Nicole

Gunnar bei der Vertragsunterzeichnung mit Präsident Bernd Lackner und Obmann Josef Nussbaum

| Moser Medical UHK Krems, MT

Als zweiten Neuzugang haben wir jemanden zum Interview gebeten, dessen Familie bereits große Fußstapfen im österreichischen Handball hinterlassen hat:
Gunnar Prokop

Steckbrief:
Name: Gunnar Prokop
geboren am: 16. Juli 1997
Position: Flügel Rechts, Rückraum Rechts
Größe: 180 cm
Gewicht: 80 kg

UHK: Hallo Gunnar! Wie fühlt es sich an, das Kremser Dress anzuziehen? Wie gefällt die die Stadt?
Gunnar: Ich bin vom ersten Training an super aufgenommen worden. Es herrscht eine gute Atmosphäre in der Mannschaft, sodass mir die Integration leichtfällt. Die Stadt Krems gefällt mir auch sehr gut, auch wenn ich sie in den nächsten Tagen und Wochen noch genauer kennenlernen werde.

UHK: Wann und wo hast du mit dem Handball begonnen? Bei welchen Vereinen hast du vor dem UHK gespielt?
Gunnar: Ich begann im Alter von sieben Jahren beim Vöslauer HC in der U9. Dort spielte ich bis zur U14. 2012 wechselte ich für ein Jahr zur Jugend des FC Barcelona. Zurück in Österreich, spielte ich zwischen 2013 und 2015 beim HC Fivers WAT Margareten. Dann wechselte ich zurück zum Vöslauer HC, wo ich erstmals in die Bundesliga hineinschnuppern konnte. Zuletzt war ich bei der SU Falkensteiner/Katschberg St. Pölten unter Vertrag.

UHK: Das waren ja schon einige Stationen. Sogar im Ausland bei so einem hochkarätigen Verein. Wie lange hast du vor in Krems zu bleiben?
Gunnar: Ich bin mit dem Willen nach Krems gekommen, um sportlich den nächsten Schritt in meiner Entwicklung zu machen und mir nebenbei mit meinem Studium ein zweites Standbein aufzubauen. Die Voraussetzungen für diese Ziele sehe ich in Krems als optimal gegeben und daher habe ich auch einen längerfristigen Vertrag unterzeichnet. Ich freue mich einfach, die Mannschaft in den kommenden Jahren zu unterstützen.

UHK: Was waren deine bisherigen sportlichen Höhepunkte?
Gunnar: Da war zum einen die unglaubliche Erfahrung des Auslandsjahres in Barcelona mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den spanischen Meisterschaften. Aber auch den Gewinn der Bronzemedaille bei der Schul-WM in Varazdin habe ich in guter Erinnerung. Für meine Entwicklung äußerst wertvoll waren zudem die letzten zwei Jahre in St. Pölten, wo ich die Chance bekam mich im Männerhandball beweisen zu können.

UHK: Wie sehen deine persönlichen und sportlichen Ziele in diesen kommenden Jahren aus?
Gunnar: In der kommenden Saison möchte ich mich so schnell wie möglich an die neue Liga gewöhnen und in der Mannschaft Fuß fassen. Ich werde auf jeden Fall versuchen von den erfahrenen Spielern und vom Trainer zu lernen, um in den nächsten Jahren ein Leistungsträger sein zu können. Was danach kommt kann noch keiner wissen, ich konzentriere mich einmal auf das Hier und Jetzt.

UHK: Ist die Nationalmannschaft für dich derzeit schon ein Thema?
Gunnar: Über die Nationalmannschaft mache ich mir keine Gedanken. Sie ist im Moment kein Thema, weil ich auch seit dem Trainerwechsel im Nationalteam96 vor drei Jahren keinerlei Kontakt zum ÖHB mehr hatte.

UHK: Was machst du, um nach einer anstrengenden Woche "runterzukommen"?
Gunnar: In meiner Freizeit verbringe ich am liebsten Zeit mit meiner Freundin und Familie. Auch in der freien Zeit kann und mag ich nicht auf Sport verzichten, sei es im Winter Ski fahren oder im Sommer Schwimmen oder Beachvolleyball spielen.

UHK: Was sind deine Pläne neben dem Handballsport?
Gunnar: Derzeit studiere ich an der Wirtschaftsuniversität Wien Jus plus Wirtschaft. Mir war es, oder besser gesagt, ist es sehr wichtig, dass ich mir neben dem Handball ein zweites Standbein aufbaue. Mir macht mein Studium großen Spaß und es ist ein guter Ausgleich zum täglichen Training. Die Vereinbarkeit Studium/Sport war auf jeden Fall ein äußerst wichtiger Grund nach Krems zu kommen. Hier lassen sich Training und Vorlesungen sehr gut vereinbaren.

UHK: Hast du schon eine Vorstellung was nach dem Handball kommt?
Gunnar: Das Ende meiner sportlichen Karriere ist hoffentlich noch lange nicht in Sicht. Doch für das Leben danach arbeite ich mit meinem Studium an der beruflichen Laufbahn. Ich möchte sicherlich einmal in meiner Studienrichtung arbeiten, inwiefern ich mit dem Handballsport in Verbindung bleiben werde, weiß ich jetzt noch nicht, aber ohne Handball werde ich es wohl nie aushalten.

UHK: Wie ist es in einer derartigen Handballer-Familie wie den Prokops aufzuwachsen? Bekommt man da von Anfang an Druck?
Gunnar: Meine Begeisterung für den Handballsport ist auf jeden Fall vererbt worden. Meine Mutter, sowie ihre komplette Familie, spielte früher selbst und auch väterlicherseits waren einige aktiv oder sehr eng mit dem Handball verbunden. Auch mein Bruder und meine Schwester spielen mit großer Begeisterung Handball. Ich habe nie in irgendeiner Art und Weise Druck verspürt. Ich war schon als kleines Kind recht oft in der Halle mit dabei und habe nach dem Training oder Spiel selbst mit dem Ball aufs Tor geschossen. Damals noch mit Hand und Fuß. Irgendwann war ich dann in einem Alter, in dem ich gerne in einen Verein gehen wollte. Ich konnte mich damals entscheiden zwischen Fußballplatz oder Handballhalle, beides war nur fünf Minuten von zuhause entfernt. Ich habe mich dann nach ein paar Schnuppertrainings in der Handballhalle schnell dafür entschieden öfters herkommen zu wollen. Dass ich dem Handballsport dann über Höhen und Tiefen, die jeder Jugendliche durchmacht, erhalten blieb war damals nicht abzusehen und schon gar nicht geplant.

UHK: Besprichst du dich hin und wieder mit Gunnar Senior?
Gunnar: Mein Opa schaute und schaut, sofern er kann, bei meinen Spielen zu. Nach einem Spiel sagt er mir vielleicht kurz wie er meine Leistung gesehen hat und was ihm aufgefallen ist. Ich kann ihn auch immer um Rat fragen, aber einmischen tut er sich überhaupt nicht. Zu allen Entscheidungen in meiner bisherigen Karriere holte ich mir auch die Meinung von meiner Familie ein, nicht nur von meinem Opa. Er erklärt mir dann meist seine Sicht oder versucht es halt, weil er sowieso weiß, dass ich die Entscheidung selbst treffen werde. Generell kann ich aber behaupten, dass es, soweit ich mich erinnern kann, noch kein Familienessen gab, ohne auch nur kurz vom Handball gesprochen zu haben.

UHK: Abschließende Worte?
Gunnar: Ich möchte mich beim Verein und Trainer für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Ebenfalls möchte ich die zahlreichen Fans begrüßen. Ich kann es kaum erwarten die Stimmung beim ersten Heimspiel zu erleben, denn bis jetzt kenne ich die Atmosphäre in der Halle nur von der Tribüne. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam alles geben werden, um unsere Ziele zu erreichen. Ich freue mich schon wahnsinnig auf die neue Saison.
UHK: Danke fürs Gespräch Gunnar und viel Erfolg!

Nächste Woche bitten wir Oliver Nikic zum Interview. Besuchen Sie uns daher bald wieder.